Sport

Elementare Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen sind grundlegend für die kindliche Entwicklung. Über Bewegung erschließen sich die Kinder die Welt. Über Bewegung lernen und entwickeln sich Kinder. Wer nicht rückwärts laufen kann, kann auch nicht rückwärts zählen. Das ist nur ein Beispiel.

Von daher ist für uns Bewegung nicht nur im Sportunterricht wichtig, sondern auch im Klassenraum, der zugleich Bewegungsraum ist. So holen Kinder sich bei uns Lehrerinnen Informationen ein. Sie kommen zu uns. Sie dürfen auch je nach Unterrichtssituation ihre Sitzposition entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen ändern. Kinder holen sich Arbeitsblätter und Materialien von dem vorher bekannt gegebenen Platz selbst. Kinder können für bestimmte Arbeitsphasen ihren Platz verlassen und die gestellte Aufgabe an einem anderen Ort als im Klassenraum, z.B. im Flur erledigen.

Wenn die Konzentration der Kinder nachlässt, wollen sie sich entspannen, sich bewegen, sich austoben. In der Regel kommen wir dann durch eine Pause mit Bewegung den konkreten Bedürfnissen nach.

Wir sind bemüht, schon bei der Planung des Unterrichts zu prüfen, ob eine unterrichtliche Erschließung des jeweiligen Inhalts im konkreten Fall auch durch einen handelnden Umgang in Bewegung erfolgen kann.

Es ist für das Wohlfinden der Kinder wichtig, ihnen Formen der Entspannung und Stille zu ermöglichen. Von daher wollen wir mehr und mehr Stilleübungen in unseren Unterricht einbeziehen. Es mag paradox klingen,  Stille als einen Baustein der Bewegten Schule aufzuführen. Stille ist die Einstellung jeglicher äußerer Bewegung, aber in der Stille kann eine innere Bewegung ausgelöst werden, z.B. in einer Fantasiereise, bei der Kinder innerlich in Bewegung sind.

Bei uns gibt es die “aktive Pause”. Die Intention liegt darin, dass die Kinder einer Beschäftigung nachgehen, die ihrem Bewegungsdrang entgegenkommt. Dadurch ist den Kindern eine Möglichkeit gegeben, Aggressionen abzubauen, ohne sich selbst und andere Kinder in Konfliktsituationen zu bringen. Zur Verfügung stehen Schaukeln, Klettergerüste, eine Drehscheibe, Tischtennisplatten, Pedalos, Stelzen, Bälle, Seilchen und andere Kleingeräte.

Im Sportunterricht verbessern wir verschiedene Wahrnehmungsfähigkeiten durch spezielle Übungen.

Das Spielen ist für Kinder die Betätigungsform, mit der sie die Welt durch eigenes Tun und eigene Aktivitäten, durch den Einsatz des Körpers und der Sinne, durch das Erproben und Experimentieren unmittelbar und direkt erleben. Dies greifen wir im Sportunterricht auf.
Dabei unterscheiden wir zwischen freien Spielen und Sportspielen.

Im freien Spiel können Kinder mit Sportmaterialien z.B. Spielideen entwickeln und verwirklichen sowie Spielbedingungen aufstellen. Spielabsichten anderer Kinder aufnehmen, erproben und ggfls. gemeinsam verändern.
Bei Sportspielen müssen sie hingegen vorgegebene Spielstrukturen erkennen und nachvollziehen, spielspezifische motorische Fertigkeiten erwerben, nach vorgegebenen Regeln spielen, diese einhalten und dadurch fair spielen.

Laufen, Springen und Werfen sind Grundformen menschlichen Bewegens und Kinder erschließen sich dadurch ihre Umwelt. Um diese Fertigkeiten zu entwickeln, sollen unsere Kinder vielfältige Lauferfahrungen machen. So sollen sie auf verschiedenen Untergründen laufen, Hindernisse überlaufen, unterschiedliche Lauftempi erproben.

Unsere Kinder sollen vielfältige Sprungformen und Wurfarten entdecken, ausprägen und anwenden.

Kinder suchen in ihrem freien Bewegungsleben immer wieder nach Möglichkeiten, ihr Bewegungskönnen zu erproben, sich neuen Herausforderungen zu stellen und Bewegungsgeschick zu zeigen. Gerade das Bewegen an Geräten ermöglicht solche Bewegungsaktivitäten. Deshalb schaffen wir vielfältige Situationen, in denen die Kinder an Geräten schwingen, schaukeln, springen, drehen, rollen u.s.w.. So balancieren die Kinder z.B. an verschiedenen Geräten mit unterschiedlichen Höhen, Breiten und Neigungen mit und ohne Gegenstände. Sie lernen, Körperspannung aufzubauen.

An Tauen und Ringen klettern und schaukeln sie.

Am Barren z.B. erlernen und üben sie Aufschwünge, Unterschwünge und Abschwünge und an den Sprunggeräten die Grundformen von Stützsprüngen sowie Niedersprüngen.

Auch die Bewegungsarten Gleiten, Fahren, Rollen haben eine hohe Bedeutung in der Bewegungswelt unserer Kinder. So erlernen sie grundlegende Fähigkeiten zum adäquaten Umgang mit Gleit-, Fahr- und Rollgeräten.

Kinder suchen in außerschulischen Situationen nach Gelegenheiten, ihre Kräfte in vielfältigen Ring- und Kampfspielen zu erproben und zu vergleichen. Dies trifft in der Regel mehr bei Jungen zu, aber auch für die Entwicklung der Mädchen sind die körperbezogenen Erfahrungen unverzichtbar. Unsere Kinder lernen spielerische Kampfformen kennen und aufführen. Dabei müssen Regeln aufgestellt und eingehalten werden. Den Kampfgegner müssen die Kinder als Partner achten.

Kinder nehmen aber auch gerne Situationen wahr, in denen sie gestalten, tanzen oder etwas darstellen können. Von Beginn der Grundschulzeit an müssen im Sportunterricht gestalterisch-kreative Bewegungserfahrungen Jungen und Mädchen gleichermaßen zugänglich gemacht werden. Unsere Kinder sollen die Vielfalt von Bewegungsmöglichkeiten – auch zu Rhythmus und Musik – entdecken, erproben und variieren. Sie sollen Bewegungskunststücke erfinden, üben und gestalten. Außerdem sollen sie Rhythmus, Musik und Bewegung aufeinander beziehen lernen. Sie lernen auch, durch Bewegung etwas mitzuteilen und darzustellen. Häufig erlernen unsere Kinder Tänze, die sie auf Festen präsentieren.

Unsere 4. Schuljahre gehen einmal pro Woche für einen festgesetzten Zeitraum im Wilhelm-Wagener- Schwimmlernbecken schwimmen. Hier machen sie sich mit dem Bewegungsraum Wasser vertraut, sie trauen sich auch etwas zu: z.B. möglichst weit und tief tauchen. Elementare Schwimmtechniken lernen und üben unsere Kinder.