Deutsch

Um das Schreiben und Lesen zu lernen, ist es wichtig, dass die Kinder vom inhaltlichen Aspekt Sprache zum formalen kommen. Dies bedeutet: Die Kinder müssen lernen, dass der Begriff “Lama” aus den Lauten “l”, “a” “m” “a” besteht. Die phonologische Bedeutung von Sprache muss bewusst gemacht werden. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die Kinder reimen und Silben klatschen können.

Darüber hinaus müssen Kinder zunächst Anlaute hören und benennen können. Mit Hilfe der Anlauttabelle lernen unsere Kinder, Lauten und Lautfolgen Buchstaben und Buchstabenfolgen zuzuordnen und umgekehrt.

Spielerisch durchgliedern sie dann Wörter nach deren Lauten. So sagen sie z.B.: ” Bei dem Wort “Lama” höre ich 4 Laute, “l”, “a”, “m” “a”. Können sie dann einzelnen Lauten Buchstaben zuordnen, dann können sie schreiben. Können sie Buchstaben Laute zuordnen, können sie lesen.

Beim Schriftspracherwerb ist es wichtig zu wissen, dass Kinder einen Schreiblernprozess durchlaufen. Von daher ist das lautgetreue Schreiben ( z.B. “farat” ) anfänglich ganz normal.

Im Laufe der Schreibentwicklung entdecken die Kinder Abweichungen von der rein lautlich orientierten Schreibweise und wenden diese an. Sie entwickeln ein Rechtschreibgespür und schreiben mehr und mehr rechtschriftlich korrekt.

Da die Kinder von Anfang an alle Buchstaben zur Verfügung haben, motivieren vielfältige Schreibanlässe die Kinder sehr schnell zur eigenen Textproduktion. Hierzu setzen wir vielfältige Materialien, wie z.B. Bilder, Geräusche, Satzanfänge, überschriften, Reizwörter u. a. ein.

In der Schuleingangsphase steht die Schreibmotivation im Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens.

In Klasse 3 und 4 nimmt das anforderungsbezogene Lernen einen noch größeren Stellenwert ein.

Die Kinder entdecken weitere Rechtschreibregelungen und wenden diese an. Sie lernen weiterhin selbständig die Lernwörter. Sie sollen mit dem Wörterbuch umgehen und Wörter nachschlagen können. Sie sollen weiterhin Wörter kontrollieren und korrigieren. Sie sollen richtig abschreiben. Sie sollen ein sicheres Rechtschreibgespür erlangen.

In Klasse 3 und 4 planen, schreiben und überarbeiten die Kinder unter Berücksichtigung aufgestellter Kriterien erzählende, informierende und appellierende Texte. Wir analysieren und fördern die individuelle Schreibprozessentwicklung auf sprachlicher, inhaltlicher und textartspezifischer Ebene. Wir beurteilen die Planung, überarbeitung und Endfassung eines Textes im Hinblick auf Aufbau, Inhalt, sprachliche Umsetzung und Beachtung der Kriterien. Nicht nur punktuell beurteilen wir einzelne Ergebnisse, sondern auch den individuellen Schreibentwicklungsprozess eines jeden Kindes. Genau wie in der Schuleingangsphase präsentieren wir von den Kindern verfasste Texte auf vielfältige Weise ( z.B. Vorlesen, Aushang, Themenbücher ).

Sobald der Leselernprozess abgeschlossen ist, lernen die Kinder auf vielfältige Weise, Informationen aus Texten zu entnehmen oder handelnd mit ihnen umzugehen, d.h. z.B. geeignete Texte zu verklanglichen, was wiederum bedeutet, Geräusche und Stimmen aus Texten herauszufiltern und diese mit geeigneten Instrumenten darzustellen. Somit setzen die Kinder sich intensiv mit dem Text auseinander, verinnerlichen und versprachlichen dadurch den jeweiligen Inhalt. Sie interpretieren Texte, indem sie z.B. von der Lehrerin vorbereitete zielgerichtete Lückentexte ergänzen, sich über ihre Ergänzungen austauschen und den originalen Autorentext zum Vergleich heranziehen. Durch diesen Vergleich, eigene Ergänzungen – Autorentext, erkennen und verbalisieren sie die Intention des Autors.

Unsere Kinder lernen auch aus Tabellen und Zeichnungen Informationen zu entnehmen.

Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten in NRW, die in allen 4. Schuljahren des Landes 2005 geschrieben werden mussten, und wo es darum ging, Informationen aus Texten zu entnehmen, haben uns in unserer pädagogischen Arbeit bestätigt. Von 8000 Klassen waren wir unter den 25 besten Schulen in NRW. Die damalige Klasse 4b wurde durch eine Urkunde ausgezeichnet.

In allen Sprachbereichen ist der Sprachbereich “Sprache reflektieren” von Anfang an integriert. So sprechen sie über Auffälligkeiten und Phänomene, experimentieren mit sprachlichen Mitteln, nutzen Methoden des Sammelns, Ordnens, Gliederns und Veränderns, nutzen Sprachproben, verständigen sich über Gesprächs-, Lese- und Schreiberfahrungen, kennen Fachbegriffe
( wie z.B. Nomen, Verb, Adjektiv, Prädikat, Subjekt, Objekt ) und üben sich in der deutschen Grammatik.

Immer wieder beobachten wir die Kinder in ihrem individuellen Lernprozess, halten Ergebnisse fest und fördern sie entsprechend.